Gestern ist Heute: Eine Reise durch die Nostalgie
Der Weckruf: Wenn aus Endlichkeit Schöpfungskraft wird
Das Interesse an der Kunst war schon immer da, wie ein leises Rauschen im Hintergrund meines Lebens. Doch lange Zeit blieb es dabei: ein stilles Bewundern, ohne selbst den Pinsel in die Hand zu nehmen oder dem Drang nachzugeben, Eigenes zu erschaffen. Das änderte sich schlagartig durch eine schmerzhafte, aber zugleich tiefgreifende Erfahrung, nämlich den Abschied von einem geliebten Menschen.
In seinen letzten Jahren fand dieser Mensch in der Malerei eine Sprache für das Unaussprechliche. Seine Bilder waren Gefäße für Gedanken, Träume und vielleicht auch letzte Hoffnungen. Zu sehen, wie die Kunst ihm in dieser Zeit als Anker diente, war für mich eine Offenbarung. Es hielt mir den Spiegel vor Augen, dass unsere Zeit begrenzt ist. Dieser Moment war mein Wendepunkt. Er lehrte mich, dass wir unsere Visionen nicht auf ein unbestimmtes „Irgendwann“ verschieben dürfen. Heute ist meine Kunst das Resultat dieser Erkenntnis, ein bewusster Umgang mit der Zeit und der Versuch, ihr etwas Bleibendes entgegenzusetzen.
Das Gestern im Heute: Die Konservierung des Augenblicks
Mein Spezialgebiet ist die Nostalgie. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, habe ich mich dazu entschieden, innezuhalten und den Blick zurückzuwerfen. Dies geschieht nicht aus reinem Heimweh, sondern um eine lebendige Brücke zwischen dem Damals und dem Heute zu schlagen. Meine Werke sind tief von Erinnerungen inspiriert. Sie holen das Vergangene in die Gegenwart und machen es wieder spürbar.
Ich habe diesen Weg gewählt, weil die Vergangenheit unsere größte Lehrmeisterin ist. Mir geht es dabei vor allem um die „kleinen Momente“, also jene flüchtigen Augenblicke, die wir im Alltag oft übersehen, die aber rückblickend unser Leben definieren. Durch meine Kunst möchte ich daran erinnern, diese Momente zu schätzen, solange sie da sind. Ich möchte zeigen, dass das Gestern nicht verloren ist, wenn wir bereit sind, seinen Wert im Heute zu erkennen.
Ein Anker in der Hektik: Für wen meine Kunst entsteht
Ich kreiere meine Werke für all jene, die sich nach einer Rückkehr zur Unbeschwertheit sehnen. Wir leben in einer Zeit, die von permanenter Erreichbarkeit und einer rastlosen Alltagshektik geprägt ist. In diesem Strudel verlieren wir oft den Kontakt zu uns selbst und zu dem, was uns eigentlich glücklich macht.
Meine Kunst richtet sich an Menschen, die bereit sind, für einen Moment die Augen zu schließen und wieder in die einfachen Freuden von früher einzutauchen. Ich schaffe diese Werke für diejenigen, die in den Erinnerungen an das Gestern einen Halt für das Heute suchen. Meine Bilder sollen für den Betrachter eine Einladung sein, innezuhalten, durchzuatmen und sich an der Kraft der eigenen Geschichte zu wärmen.
Zeitkapseln auf Leinwand: Von Objekten und Geschichten
Dabei ist meine Kunst kein bloßes Abbild der Realität, sondern eine feine Webart aus Gefühlen, Gegenständen und Empfindungen. Ein besonderes Herzstück meiner Arbeit ist beispielsweise eine Serie, die sich alten Spielzeugen widmet. Für mich sind diese Objekte weit mehr als nur Relikte einer vergangenen Epoche, denn sie sind die stummen Zeugen unserer Kindheit.
Hinter jedem abgegriffenen Teddybären oder jedem verbeulten Blechauto verbirgt sich eine Welt voller Geschichten. In meinen Werken versuche ich, diese unsichtbaren Erzählungen wieder sichtbar zu machen. Es ist das Zusammenspiel aus der Haptik eines alten Gegenstandes und dem Gefühl der Geborgenheit, das er einst vermittelt hat, was mich beim Malen leitet. Diese Momente des Wiedererkennens sind es, die mich prägen, wenn ein Objekt plötzlich eine ganze Kaskade an Emotionen auslöst und uns daran erinnert, wer wir einmal waren.
Zwischen Erkenntnis und Ungeduld: Das Handwerk der Zeit
Die Arbeit als Künstlerin ist für mich eine ständige Reise der persönlichen Weiterentwicklung. Das Licht in diesem Prozess ist der Moment des Lernens, also die wunderbare Erkenntnis, dass ich mit jedem Pinselstrich und jedem neuen Werk dazulerne. Es ist ein tief befriedigendes Gefühl, zu sehen, wie sich die eigene Technik verfeinert und die Ausdruckskraft wächst. Dieser lebenslange Lernprozess ist der Motor meines Schaffens.
Doch wo viel Licht ist, fallen auch Schatten. Meine größte Herausforderung ist dabei oft mein eigener Anspruch in Kombination mit der Zeit. Manchmal dauert es quälend lange, bis sich eine künstlerische Lösung offenbart oder eine Technik genau das Gefühl transportiert, das ich im Kopf habe. In diesen Phasen kämpfe ich mit meiner Ungeduld. Es ist ein inneres Ringen, das Akzeptieren, dass wahre Erkenntnis und künstlerische Reife ihre eigene Zeit brauchen, auch wenn man selbst am liebsten schon drei Schritte weiter wäre.
Ein Echo der Geborgenheit: Mein Wunsch an dich
Wenn ich ein Werk vollende, ist mein größter Wunsch, dass es für den Betrachter zu einer Art Zeitmaschine wird. Ich möchte, dass du vor meinen Bildern stehst und dich für einen Moment nicht mehr im Hier und Jetzt befindest, sondern sanft zurückversetzt fühlst.
Es soll eine Reise in eine Zeit sein, die eben nicht vergessen ist, sondern die tief in uns mit positiven Erinnerungen, Wärme und Geborgenheit angereichert wurde. Ich lade dich ein, ein wenig nostalgisch zu werden, nicht mit schwerem Herzen, sondern mit einem Lächeln. Wenn meine Kunst es schafft, dieses leise Echo der Vergangenheit in dir zu wecken und dir ein Stück jener unbeschwerten Freude zurückgibt, dann hat mein Schaffen sein Ziel erreicht. Die Vergangenheit ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein Schatz, den wir jederzeit öffnen dürfen, um das Heute heller zu machen.
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