Hinter den Kulissen: Die Entstehung von „Wiedergefunden“
Ich nehme dich heute mit in mein Atelier und zeige dir den Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Werk. Am Beispiel meines Bildes „Wiedergefunden“ lässt sich dieser Prozess besonders gut beschreiben.
Mein Arbeitsplatz und der Start in den Tag
Mein Atelier ist der Ort, an dem ich die Welt draußen lasse und mich ganz auf meine Leinwände konzentriere. Bevor ich mit der Arbeit beginne, brauche ich einen Moment der Ruhe. Meistens starte ich mit einer Tasse Tee und lasse den Blick über meine gesammelten Schätze wandern. In diesem Raum zählt nicht das Neue oder Moderne, sondern das, was eine Geschichte erzählt.
Der kreative Prozess: Zwischen Suchen und Finden
Die Entstehung von „Wiedergefunden“ war eine Reise zu einem ganz bestimmten Gefühl der Zugehörigkeit. Ich hatte beim Malen keine feste Ordnung im Kopf. Vielmehr wollte ich einfangen, wie es sich anfühlt, wenn man einen vertrauten Gegenstand aus der Kindheit nach langer Zeit wieder berührt.
Eine Herausforderung war dabei der Aufbau des Bildes. Ich wollte bewusst auf eine Hauptfigur in der Mitte verzichten. Stattdessen sollten viele verschiedene Formen und Figuren eine gemeinsame Fläche bilden. So kann dein Blick über die Leinwand wandern und überall kleine Details entdecken, ohne dass ich dir eine feste Richtung vorgebe.
Materialien mit eigener Geschichte
In meiner Arbeit ist mir die Qualität der Materialien wichtig, aber ich definiere sie auf meine eigene Weise. Bei „Wiedergefunden“ erzählten die Farben bereits eine Geschichte, bevor sie überhaupt auf die Leinwand kamen.
Ich habe einen Teil der Farben von einer anderen Künstlerin übernommen, die sie nicht mehr brauchte. Durch die lange Lagerung hatte sich das Material verändert. Das Weiß ist dadurch besonders dickflüssig und hinterlässt eine deutliche Struktur auf dem Bild. Für mich ist das ein Zeichen von Wertschätzung. Schönheit entsteht oft aus Dingen, die wir weitergeben und denen wir eine neue Aufgabe geben.
Worauf es mir beim Schaffen ankommt
Bei der Wahl der Farben wollte ich Töne finden, die eine gewisse Patina ausstrahlen. Sie wirken fast so, als wären sie mit der Zeit etwas verblasst. Diese Farbwahl schafft eine Nähe, die man sofort spüren kann. Meine Kunst soll keine Rätsel aufgeben oder komplizierte Erklärungen brauchen. Es geht mir darum, dem Alltag etwas Beständiges entgegenzusetzen und zu zeigen, dass auch kleine Dinge eine große Bedeutung haben können.
Von der Skizze zur fertigen Leinwand
„Wiedergefunden“ ist Schicht für Schicht gewachsen. Zuerst gab es nur eine grobe Idee auf Papier, wie ich das Thema Nähe und Struktur anordnen könnte. Auf der Leinwand vermischten sich dann meine eigenen Erlebnisse mit fremden Erzählungen.
Einige der Stofftiere auf dem Bild begleiten mich schon mein ganzes Leben. Andere habe ich gefunden, nachdem sie ihren ursprünglichen Platz verloren hatten. Im Atelier füge ich diese Fragmente zusammen, bis die Balance für mich stimmt.
Wie ich mich als Künstlerin weiterentwickle
Nachdem ein Werk fertig ist, betrachte ich es kritisch. Ich schaue mir an, wie das Licht auf die verschiedenen Texturen fällt und wie die Farben miteinander harmonieren. Diese ständige Auseinandersetzung mit meinem Handwerk ist mir wichtig, um stetig dazuzulernen. „Wiedergefunden“ hat mir einmal mehr gezeigt, dass auch Erlebtes eine ganz eigene Oberfläche haben kann. Dieses Wissen nehme ich mit in jedes neue Projekt.
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